Von Mittwoch, 24. September bis Freitag, 26.September 2008 habe ich an einem Seminar zum Thema "Schneller lesen und mehr behalten" von der Firma Centered Learning Deutschland teilgenommen. Gebucht habe ich das Seminar über die RWE Academy, wo viele Kurse angeboten werden, nicht nur für RWE-Mitarbeiter. Also einfach mal vorbeischauen. Die Organisation, die Informationen und der Ablauf der Seminare der RWE Academy sind sehr gut und die Veranstaltungsorte werden sorgfältig ausgewählt. Ich dann die Buchung über die RWE Academy auf jeden Fall weiterempfehlen.
Die Vorstellungsrunde passte zum gesamten Seminar. Der Geschäftsführer von Centered Learning Deutschland Tom Freudenthal hat uns begrüßt mit den Worten "Wir werden hier viele ungewöhnliche Dinge tun". Grund für ungewöhnliche Dinge ist, dass wir unser Verhalten (nämlich unser Lernverhalten) ändern möchten. Wenn man immer alles macht, wie bisher, dann ist es nicht möglich, ein anderes Ergebnis zu erzielen. Und alles, was nicht so ist, wie wir es immer machen, klingt erstmal verrückt. Seine Worte: "Auch, wenn es Euch verrückt vorkommt, macht es trotzdem." Und das war auch so. Die Vorstellungsrunde begann damit, dass jeder sich einen Gegenstand auswählte, die Tom mitgebracht hat. Nach kurzer Zeit zum Nachdenken sollte dann jeder sagen, warum er den Gegenstand ausgewählt hat und was dieser Gegenstand mit dem Grund zu tun haben könnte. Die Gegenstände waren z. B. Schlüsselanhänger, Kristall, Reporterschlumpf, Glaskugel, usw. Und die Zusammenhänge zum Seminar waren interessant. Der Schlüsselanhänger sollte zum Beispiel bei einem Teilnehmer dafür stehen, dass man nicht mehr so schnell vergisst und die Glaskugel, die geschliffen und ohne Ecken und Kanten war, ist als Symbol für den Wunsch, die eigenen Fähigkeiten zu schleifen, um schneller zu lesen und Informationen besser aufzunehmen. Der Reporterschlumpf stand für einen Teilnehmer, dem oft von seinen Kollegen vorgeworfen wurde, viel zu reden. Der schönste Zusammenhang war meiner Meinung nach der Kristall, der ihn viele verschiedene Richtungen gewachsen ist. Das stand für die Gedanken einer Teilnehmerin, die beim Lesen immer abschweifen in alle Richtungen. Der zweite Teil der Vorstellungsrunde war ähnlich wie "Ich packe meinen Koffer". Tom hat sich vorgestellt, in dem er ein Tier genannt hat, das mit dem gleichen Anfangsbuchstabe wie sein Name anfängt. Dann war es die Aufgabe, die Bewegung des Tiers sowie den Laut dazu nachzumachen. Der Tiger stürzt sich brüllend auf seine Beute. Der nächste musste dann den Namen, das Tier und die Bewegung des Vorgängers nachmachen, und seinen Namen, Tier, Bewegung und Laut dazuzunennen. Das ging dann weiter, bis dass der letzte (in dem Fall war ich das) in der Runde alle Namen, Tiere, Laute und Bewegungen nachmachen konnte. Ja - kurzum gesagt: die Namen konnten wir nicht mehr vergessen. Es kamen ganz interessante Tiere heraus: Marder, Panda, Hund, Regenwurm, Goldfisch, usw. Danach haben wir kurz mit Hilfe eines Mindmaps erläutert, warum es so schnell möglich war, die Namen zu behalten. Die Sinne "Hören, sehen" spielten dabei eine große Rolle sowie das eigene Wiederholen. Ja, zugegeben, ziemlich verrückt, aber effektiv!
Zu Beginn haben wir eine Leseübung gemacht, um herauszufinden, wie viele Worte pro Minute wir lesen. Darauf folgten täglich zwei Schnellleseübungen, die wir auch nach dem Seminar mit dem SpeedReadingTrainer von Centered Learning am Bildschirm weiterhin durchführen können. Im Seminar waren die Schnellleseübungen jedoch ganz normal im Buch. Begonnen mit einer kurzen Entspannungsphase und einem Augentraining ging es dann zum Lesen. Das war jedoch nicht lesen im eigentlichen Sinne, denn es war bewusst so ausgelegt, dass man mit den Augen in einer bestimmten Weise über die Zeilen ging, jedoch ohne Verständnis. Einige Wörter kamen dabei in den Blick, allerdings ohne bewusste Wahrnehmung der Bedeutung. Ziel der ganzen Übung ist, dass man dem Gehirn die Information gibt, dass man nicht mitspricht und sich die Wörter in Gedanken leise vorliest. Da man in ca. 600 Worten pro Minute denkt, ist das Mitsprechen nicht mehr möglich, wenn man schneller lesen möchte.
In meiner Leseübung kam heraus, dass ich 208 Worte pro Minute lese. Am Ende des Seminars haben wir diese Übung wiederholt und ich habe mich um genau 104 Worte auf 312 Wörter pro Minute gesteigert. Wie Ihr seht, die Technik hat also funktioniert.
Wir haben in dem Seminar weitere Tipps bekommen, wie man sich Dinge besser merken kann. Die werde ich jedoch hier nicht verraten, denn es hat auch viel mit Kreativität und Phantasie zu tun, die man im Erwachsenenalter erst wieder aufdecken muss. Bei vielen ist es so, dass sie als Kinder eine große Phantasie haben, die dann im Laufe der Schulzeit durch Fakten und feste Strukturen verschüttet wird. Dieses Seminar hat mir geholfen, die Phantasie ein Stück weit wieder ans Tageslicht zu holen. Und aufgrund dieser Techniken hatte ich z. B. in 3 Minuten die Möglichkeit, die letzten 10 Präsidenten der USA auswendig zu können. Auch 3 Tage nach dem Seminar kann ich sie noch aufzählen.des Gehirns, die verschiedenen Arten von Wissen und Wissensaufnahme erfahren. Der wichtigste Punkt für mich war jedoch zu erkennen, wie ich ein Fachbuch oder einen fachlichen Text so aufteile, dass ich sogar Spaß und Interesse am Lernen habe. Das ist nicht so daher geschrieben sondern wirklich war. Es hat mir geholfen, dass ich mit Freude an meine Unterlagen gehe, auch wenn das Thema mal nicht so interessant ist.
Was beim Lernen hilft, ist der SpeedLerningService von Centered Learning. Dieses Programm hilft dabei, um Fakten zu lernen. Zuerst muss die Erfassung der Fakten erfolgen, was schon eine erste Wiederholung ist. Anschließend erstellt das Programm aus den Fakten Multiple-Choice-Fragen, die beantwortet werden müssen. Im dritten Schritt werden dann nur die einzelnen Fakten aufgeführt und der Nutzer muss selbst die Antwort geben. So haben einige Teilnehmer in 16 Stunden 1000 Fakten gelernt. Super nutzbar für Detailwissen, das zunächst außerhalb eines Zusammenhanges steht. Ich kann mir vorstellen, dass es geeignet ist, um Jahreszahlen, Prozentzahlen, Vokabeln, usw. zu lernen. Wenn man sich dort anmeldet, hat man auch Zugriff auf die Lektionen, die andere Nutzer für sich angelegt haben. Ich werde das Programm in der nächsten Zeit nutzen und Euch gerne auch darüber berichten, wie es funktioniert und was ich gelernt habe.
Diese SpeedLearningMachine gibt es auch speziell für englische Vokabeln. Hier findet Ihr mehr dazu.
In weiteren Abschnitten des Seminars haben wir viel über die Funktionsweise von Mindmaps und auch den Sinn dahinter gesprochen. Ich habe nun endlich verstanden, wozu sie hilfreich sind und werde sie auch in meinem Alltagsleben und vor allem beim Lernen einsetzen. Etwas Besseres als Notizmöglichkeit gibt es nicht, da das Mindmap auf gehirngerechtes Arbeiten zielt.
Gerade für Leute, die vor einer Prüfung stehen, hat die Firma Centered Learning noch ein Tool entwickelt, das sich "Der Lernplaner" nennt. Es ist so aufgebaut, dass man pro Fach die Seitenanzahl eingibt, die man bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (z. B. bis zur Prüfung) durcharbeiten muss. Der Lernplaner rechnet dann auf 6 Tage pro Woche herunter (ein Tag dient für Hobbys, Freunde treffen oder andere Dinge - alles außer lernen), wieviel man pro Tag lesen und lernen sollte. Dann gibt man die Istzahl ein und der Lernplaner errechnet dann die Soll-Zahlen für die Folgetage. Beispiel: ich soll 30 Seiten pro Tag lesen, schaffe aber an einem Tag nur 20 Seiten, dann werden die restlichen 10 Seiten auf die übrigen Tage verteilt. Schaffe ich an einem Tag mehr als 30 Seiten, werden diese dann an den Folgetagen abgezogen. Man kann hier eine Vorbereitungszeit von bis zu 12 Wochen eintragen. Wenn man längere Zeit hat bis zur Prüfung ist es sinnvoll, den Stoff in kleinere Unterkapitel zu teilen und diese dann über den Lernplaner zu organisieren. Hier gibt es den Lernplaner als kostenlosen Download. Für mich als Fernstudentin sehr hilfreich. Ich wollte mir nämlich so ein Tool selbst basteln - dadurch, dass die Firma Centered Learning es anbietet, habe ich viel Zeit gespart. Es gibt noch ein kostenloses Produkt, das Lesemanifest. Dazu habe ich bis jetzt keine Erfahrungen. Vielleicht demnächst mal.
Die Neuro-Cd hat Tom Freudenthal im Angebot, die sich um Meditation und Entspannung dreht. Ich habe mir die Cd gekauft. Sie versetzt die Gehirnwellen in einen Zustand, in dem man ruhig, entspannt und gelassen ist. Auch diese Entspannung gehört zum Lernen dazu, denn Stress ist eine Lernblockade. Es ist eine Art Hypnose, in der man durch das Unterbewusstsein Impulse bekommt, um schneller zu lesen und mehr zu behalten, also kurz gesagt, um das Gehirn auf eine höhere Informationsaufnahme vorzubereiten. Hier gibt es mehr Informationen dazu.
Zum Abschluss haben wir noch ein Heft bekommen, das sich das "60-Tage-Integrationsprogramm" nennt. Da nun schon 2 Tage nach dem Seminar vergangen sind, kann ich sagen, dass dieses Heft die Inhalte des Seminars wirklich in den Alltag integrieren kann. Jeden Tag 15 Minuten Zeit nehmen, sich das Heft zur Hand nehmen und die Inhalte des Seminars aktiv durchführen. Jeden Tag wird eine andere Übung aus dem Seminar wiederholt - und die Schnellleseübung durchgeführt. Und ich kann bestätigen, dass es nicht länger als 15 Minuten dauert. Über meine weiteren Erfolge mithilfe dieser Techniken halte ich Euch auf dem Laufenden. Den Selbstlernkurs gibt es hier.
Fazit: Das Seminar war wirklich sehr hilfreich und interessant. Es war immer abwechslungsreich, so dass es auch in 3 Tagen nie langweilig wurde. Der rote Faden war trotzdem stets erkennbar. Ich kann das Seminar jedem weiterempfehlen, der mehr Informationen in kürzer Zeit aufnehmen möchte. Mehr zu den Seminaren von Tom Freudenthal findet ihr hier.
Nachtrag vom 29. September:
Tom Freudenthal von Centered Learning hat mein Feedback in seiner Seite eingebunden. Hier geht´s zum Feedback.