oder Schreckenslandschaft?

Dieses Bild zeigt die Schneemenge, die sich während einem Nachmittag vor unserer Garage angesammelt hat. Auf der Straße sah es aber ähnlich aus. Schön sah die Landschaft schon aus, aber für´s Autofahren war es nicht optimal.
Es war ja angemeldet, dass es Sonntag richtig schneien sollte und auch nicht ganz angenehm zum Fahren sein sollte, aber mit sowas hab ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.
Ich hatte einen Gottesdienst in der Gemeinde Heringhausen bestellt. Der Gottesdienst war sehr schön und brachte zum Nachdenken. Kurz und knapp zusammengefasst ging es in der Predigt darum, dass Weihnachten nicht immer gleich ablaufen muss, sondern dass an Weihnachten etwas Neues beginnt. Warum sollte man nicht mal alte Traditionen überdenken und Neues ausprobieren? Warum z. B. nicht die guten Vorsätze schon für Weihnachten nehmen, und nicht erst für den 1. Januar? Natürlich ging es um viel mehr, aber das ist so das, was mir in Erinnerung blieb, bzw. ich habe es um meine Gedanken erweitert.
Mittags waren wir dann im Gasthof "Hester" in Nuttlar essen. Ich habe Schweinefilet auf Rahmwirsing mit Kartoffelspalten gegessen. Empfehlenswert - gutes Essen und nette Bedienung. Ich habe mir sagen lassen, dass man auch im Sommer dort gut sitzen kann - im gemütlichen Biergarten. Das werde ich dann auch mal ausprobieren.
Es war ein schöner Tag, aber die Rückfahrt hätte besser sein können. Wir sind von Bestwig über Arnsberg (mit kurzem Zwischenstopp) nach Leverkusen gefahren und haben 3,5 Stunden gebraucht (reine Fahrtzeit). Mit maximal 50 km/ h über die Autobahn, weil es eine fast geschlossene Schneedecke gab. Man musste aufpassen, dass man immer im Fahren bleibt, vor allem am Berg, sonst hätte man nicht mehr anfahren können, so glatt war das. Es bleibt mir unerklärlich, wie es Idioten geben kann, die bei dem Wetter noch geistesabwesend mit ca. 100 km/h auf der linken Spur überholen, rutschen und trotzdem lustig weiter überholen. Das "Highlight" erlebten wir, als wir in Remscheid abgefahren sind. Wir mussten etwas langsamer auf der Landstraße fahren, weil vor uns jemand aufgrund extremer Glätte nicht weiterkam, da scherte hinter uns jemand aus und überholte auf der Spur des Gegenverkehrs. Ärgerlich für ihn nur, dass dann ein paar Meter weiter eine Verkehrsinsel kam - und dann noch eine - und danach war der Schnee in der Mitte so breit und hoch, dass er nicht wieder herüber fahren konnte. Er fuhr bestimmt 500 Meter auf der Gegenspur. Was wäre, wenn jemand entgegen gekommen wäre? Oder er hätte die Kontrolle verloren und wäre im Graben gelandet? Na ja, er hat Glück gehabt; Verständnis habe ich trotzdem nicht dafür. Denn er konnte es nicht abschätzen, dass niemand von vorne kommt. Hoffentlich hat er wenigstens einen kleinen Schreck bekommen und daraus gelernt. Wir haben auch Fahrzeuge gesehen, die sich gedreht haben, die gerutscht sind und nicht anhalten konnten, usw. In der Gegensrichtung zwischen Burscheid und Wermelskirchen sahen wir querstehende LKWs und Blaulicht ohne Ende. Als wir dann weiter über die Landstraße fuhren, sahen wir das DRK und THW, die sich schon auf die Versorgung der Menschen auf der Autobahn vorbereiteten. Es war echt Ausnahmezustand, den ich nicht so schnell wieder erleben möchte.
Wir jedenfalls sind heile angekommen - dafür bin ich sehr dankbar. Nächstes Mal nehme ich die Warnungen etwas ernster und werde am Besten das Auto, wenn´s geht, stehen lassen oder früher zurück fahren. Am Nachmittag wären wir sicherlich besser durchgekommen. Aber nachher ist man immer schlauer.