Samstag, 31. Juli 2010
Heute wurde der Trauergottesdienst aus der Salvatorkirche in Duisburg im Fernsehen übertragen.
Was auf der Love Parade in Duisburg am 24. Juli passiert ist, finde ich unfassbar. Berührende Bilder konnte man täglich im Fernsehen sehen und auch immer wieder Berichte im Radio hören. Besonders mitfühlend war ich bei einer Geschichte, in der ein Mädchen im Radio erzählte, dass sie im Tunnel am Boden lag und ein anderes Mädchen ihr hoch helfen wollte, ihr die Hand gestreckt hat und ihr Luft zugepustet hat, damit sie Luft bekommt und weiter atmen kann. Dieses Mädchen, die geholfen hat, ist wenige Tage später selbst gestorben. Das ist doch ungerecht, dass dieses hilfsbereite Mädchen mit dem Leben bezahlen musste.
Bewegend fand ich die Rede von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Man konnte an ihrer Stimme hören, dass ihr das sehr nah geht und dass sie mit den Tränen kämpfen musste. Besonders angesprochen haben mich die Worte, als sie sagte, dass ein Vater, der seine Tochter verloren hat, ihr mitgegeben hat, dass der Tod seiner Tochter vielleicht für uns alle etwas bedeuten könne. Das Wohl des Menschen müsse wieder an die erste Stelle treten.
Man kann jetzt natürlich darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, dass die Politiker dort vertreten waren. Vielleicht musste es nicht die ganze Riege sein, aber Frau Kraft war dort auf jeden Fall berechtigt vertreten - nicht nur als Ministerpräsidentin von NRW, sondern auch als Betroffene. Denn auch ihr 17-jähriger Sohn war auf der Love Parade. Sie kann sich also sehr gut in die Trauernden hineinversetzen, weil sie sicherlich auch darüber nachgedacht hat, dass auch ihr Sohn nicht hätte zurück kommen können.
Alle, die noch Schlimmeres verhindert haben, haben meinen Respekt. Ich denke, dass dieser Vater Recht hat, dass Menschlichkeit, Herzlichkeit und eine gegenseitige Hilfsbereitschaft wieder stärker in den Vordergrund rücken sollte.
Samstag, 10. Juli 2010
...wir stehen an deiner Seite!
Schade, dass Paul Recht hatte und Pech, dass unsere Jungs auf Spanien getroffen sind.
Für mich sind sie trotzdem die Besten. Wenn man an den Sieg gegen England denkt oder gegen Argentinien, dann kann man echt nur jubeln!
Und heute werden Jogi´s Jungs den dritten Platz erreichen. Lasst die Fanmeilen beben und feiert Deutschland trotzdem. Sie haben es verdient. Ich werde morgen beim Finale trotzdem mein Deutschland-T-Shirt anziehen und meine Fahnen bleiben auch noch am Auto.
Ohne Deutschland ist alles doof!

Sonntag, 4. Juli 2010
Patrick und ich wollten gestern die Weltmeister nicht alleine zu Hause ansehen, wie sie die Argentinier nach Hause schicken. Deshalb sind wir zur Gaststätte Beckmann gelaufen. Und das war eine sehr gute Entscheidung! Ich habe gestern eine der besten Pizzen gegessen, die ich jemals gegessen habe. Patrick hat sich für die Pizza Diavolo entschieden (wie der Name schon sagt sehr scharf) und ich habe die Calzone genommen - mit allem gefüllt, was ich auf einer Pizza am Liebsten mag: Champignons, Thunfisch, Zwiebeln, gekochten Schinken und Käse natürlich. Der Teig war super weich und etwas dicker - so wie ich es am Liebsten mag. Und die Füllung - genial. Die Calzone war prall gefüllt - aber nicht von Luft, wie man das sonst in manchen Pizzerien kennt, sondern tatsächlich mit Füllung. Einfach nur lecker!
Und dann hat ja ganz nebenbei noch Deutschland gegen Argentinien gewonnen. 4:0 - so spielen nur Weltmeister!
Als wir dann nach Hause kamen, haben wir im Fernsehen gesehen, wie manche Fans befragt wurden. Einer sagte "Ich bestelle jetzt Pizza Maradonna - die hat nichts drauf". 
Wir haben uns gestern schon dort angekündigt für die nächsten Spiele. Wie gut, dass Italien schon rausgeflogen ist, dann muss man das mit den Inhabern der Gaststätten wo wir die Spiele sehen nicht mehr diskutieren: Deutschland wird Weltmeister.
Sonntag, 13. Juni 2010
Hab ich Euch eigentlich schon gesagt, dass Deutschland Weltmeister wird?

Viel Spaß beim Mitfiebern wünsche ich Euch.
Samstag, 12. Juni 2010
Am Samstag, dem 19. Juni findet in der Fußgängerzone Schlebusch ein Aktionstag rund um das Thema Gesundheit, Fitness und Sport statt.
Vertreten ist natürlich der Family Fitness Club, aber auch viele andere Vereine, Geschäfte und Anbieter rund um die Gesundheit. Ich war letztes Jahr dort und fand es sehr interessant. Man bekommt Tipps zum Fit werden und Fit bleiben. Dieses Jahr soll es noch besser werden. Es gibt Vorträge zu verschiedenen Themen wie Allergien, Risikofaktoren, Übergewicht, Blutdruck, usw.
Nähere Informationen gibt es unter diesem Link.
Montag, 22. März 2010
Heute habe ich fast den ganzen Tag gelernt und dachte mir deshalb, dass wir uns schnell in der Steinbücheler Pizzeria etwas zu essen holen mittags gegen 13:30 Uhr. So voll habe ich die Pizzeria noch nie gesehen. Schüler, die gerade aus der Schule kamen, aßen dort zu Mittag. Ich war ehrlich gesagt überrascht und erschreckt. Ist das die Vorspeise oder tatsächlich der Mahlzeit-Ersatz, weil sie zu Hause nichts bekommen?
Wenn wir früher aus der Schule kamen, war das Essen fertig. Ich habe darüber kurz mit dem Inhaber der Pizzeria gesprochen, dass ich es erschreckend finde. Ich habe ihm gesagt, dass ich früher frisch gekochtes Essen bekommen habe, als ich nach Hause kam. Und er sagte: "Ja, und heute bringen die Kinder ihren Eltern dann das Essen noch mit". Ist das nicht eine traurige Entwicklung? Ist es wirklich 'cool', wenn die Kids nach der Schule Pizza, Döner, Hamburger, Pommes, usw. essen? Dann muss man sich doch ernsthaft nicht wundern, dass die Fettleibigkeit der Kinder immer mehr zunimmt, oder?
Und mir kann auch niemand erzählen, dass der Stress zugenommen hat und die Eltern deswegen keine Zeit mehr haben zum Kochen. Unsere Eltern haben das auch geschafft früher - sogar alleinerziehende Mütter haben es hinbekommen. Alles eine Frage der Organisation. Meine Mutter hat dann sonntags etwas mehr gekocht - dann reichte es auch für montags mit. Und geschmeckt hat´s (fast) immer. Als Kind beschwert man sich ja öfter mal - aber wenn man dann heute zurückdenkt, dann hatte man es doch ziemlich gut.
Ich glaube einfach, dass sich die Bequemlichkeit erhöht hat. Die Preisentwicklung des Döners z. B. geht steil bergab, wenn ich das richtig beobachtet habe. Teilweise bekommt man den Döner mit Getränk für 3 € - Schüler zahlen sogar nur 2,50 € oder 2 €. Und dann ist es doch für die Eltern einfacher, dem Kind 3 € in die Hand zu drücken statt sich selbst an den Herd zu stellen. Und dann gibt man dem Kind 6 € und lässt sich selbst auch noch einen Döner mitbringen. Kann es einfacher sein?
Aber wo soll diese Entwicklung hingehen - und was machen diese Kinder dann später mit ihren Kindern, wenn sie es selbst nicht anders gelernt haben?
Und wo ich mich schon mal zur Ernährung der Schulkinder äußere: gibt es eigentlich das gute alte Pausenbrot noch? Ich glaube, wenn die Kinder heute die Brotdose auspacken in der Schule, werden sie ausgelacht. Ich weiß es natürlich nicht 100-prozentig, aber ich kann es mir gut vorstellen. Dabei war es "früher" zu meiner Schulzeit (vor 20 Jahre her, als ich in die Realschule kam) , so, dass wir maximal Kakao oder Vanillemilch kaufen konnte - aber nicht das volle Programm an belegten Brötchen, usw. Und wenn etwas Besonderes war, haben wir mal 50 Pfennig bekommen, um uns etwas Süßes am Kiosk zu kaufen. Kennt Ihr noch die Colakracher oder saure Schlangen oder Brause-Ufos? Heute ist das Angebot am Schulkiosk wahrscheinlich breiter gefächert, weil die Nachfrage gestiegen ist.
Ich finde es erschreckend, traurig und mir fehlen dafür auch ein bisschen die Worte.
Vielleicht gibt es ja Leser, die das aus eigener Erfahrung widerlegen oder vielleicht auch bestätigen können? Ich freu mich auf Eure Kommentare.
Freitag, 1. Januar 2010
Auch wenn es schon etwas verspätet ist, möchte ich noch einen kleinen Jahresrückblick geben:
Was passierte in 2009?
11. März 2009: Amoklauf in Winnenden
1. Juni 2009: Absturz Air-France-Maschine - alle Insassen kamen ums Leben, darunter 28 Deutsche
25. Juni 2009: Michael Jackson stirbt im Alter von 50 Jahren
11. November 2009: Nationaltorhüter Robert Enke begeht Selbstmord
Aber nicht nur Negatives hat uns im Jahr 2009 begleitet - es gibt auch positive Schlagzeilen:
10. Mai 2009: Daniel Schumacher wird DSDS-Sieger
27. September 2009: Merkel wird wiedergewählt mit anderem Koalitionspartner
9. November 2009: 20 Jahre Fall der Mauer
Viele Schlagworte haben das Jahr 2009 geprägt:
- Schweinegrippe
- Abwrackprämie
- Wirtschaftskrise
- Insolvenz
In diesem Jahr gab es auch einige persönliche Ereignisse:
März 2009: Tod meines Vaters - dadurch habe ich mich viel mit meiner Vergangenheit und Herkunft beschäftigt. Ich habe durch dieses Ereignis meine Menschenkenntnis verbessert, gelernt, dass ich meinem Gefühl in den meisten Fällen trauen kann und auch viele verschiedene Menschen(arten) kennen gelernt. Ich habe mich mit schönen, aber auch traurigen Momenten beschäftigt und auch mit vielen Dingen, die mir gefehlt haben. Ich habe gemerkt, wieviele Dinge ich für selbstverständlich hingenommen habe, für die ich heute unendlich dankbar bin, was ich als Kind nie bewusst wahrgenommen habe. Besonders danke ich allen, die mir in dieser Situation geholfen haben und für mich da waren, wenn es oft genug schwierig war und ich nicht mehr wusste, wo ich anfangen soll und was jetzt gerade wichtig ist. Im Großen und Ganzen hat mich diese Situation stärker gemacht und ich habe eine Menge gelernt. Trotzdem ist es natürlich jetzt so, dass ich meinen Vater nie mehr in Person, sondern nur noch auf dem Friedhof besuchen kann.
März 2009: Klausuren Wirtschaftsmathematik und Wirtschaftsinformatik bestanden
April 2009: Tod meines Opas - er fehlt mir sehr und auch dadurch wurde ich wieder an den Tod meiner Oma vor 4 Jahren erinnert, die mir auch bis heute unendlich fehlt.
Juni 2009: Urlaub auf Mallorca mit meiner Schwester
September 2009: Klausur Externes Rechnungswesen bestanden
Oktober 2009: Urlaub auf Kreta
Ich denke an alle, die im Jahr 2009 wenige Gründe zur Freude hatten, weil sie z. B. einen lieben Menschen verloren haben, Scheidung oder Trennung erlebt haben, den Job verloren haben oder aus sonstigen Gründen nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. Ein Jahreswechsel ist immer auch die Möglichkeit eines Neuanfangs und die Möglichkeit auf Veränderung. Ich wünsche Euch viel Kraft für das Jahr 2010 und das Erreichen Eurer Ziele.
Ich bin gespannt, was das Jahr 2010 für mich persönlich so bringt. Hoffentlich werde ich am Jahresende wieder sagen können, dass ich meine Klausuren bestanden habe und dass ich auch sonst ein paar schöne Sachen erleben durfte. Natürlich werde ich davon wieder berichten.
Es lohnt sich also, von Zeit zu Zeit mal wieder auf meinem Blog vorbeizuschauen. Ich freu mich auf Euren Besuch.
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Gott wird als Mensch Kind, damit die Menschen Gottes Kinder werden.
Ich wünsche allen Blog-Lesern ein frohes und gemütliches Weihnachtsfest, Gottes Segen, friedvolle Zeiten und schöne Momente.
Besonders wünsche ich Euch, dass unter dem ganzen Stress der Familienbesuche, des guten Essens und der Geschenke die Besinnlichkeit an das eigentliche große Ereignis, das wir Weihnachten feiern, nicht verloren geht.
Montag, 21. Dezember 2009
oder Schreckenslandschaft?

Dieses Bild zeigt die Schneemenge, die sich während einem Nachmittag vor unserer Garage angesammelt hat. Auf der Straße sah es aber ähnlich aus. Schön sah die Landschaft schon aus, aber für´s Autofahren war es nicht optimal.
Es war ja angemeldet, dass es Sonntag richtig schneien sollte und auch nicht ganz angenehm zum Fahren sein sollte, aber mit sowas hab ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.
Ich hatte einen Gottesdienst in der Gemeinde Heringhausen bestellt. Der Gottesdienst war sehr schön und brachte zum Nachdenken. Kurz und knapp zusammengefasst ging es in der Predigt darum, dass Weihnachten nicht immer gleich ablaufen muss, sondern dass an Weihnachten etwas Neues beginnt. Warum sollte man nicht mal alte Traditionen überdenken und Neues ausprobieren? Warum z. B. nicht die guten Vorsätze schon für Weihnachten nehmen, und nicht erst für den 1. Januar? Natürlich ging es um viel mehr, aber das ist so das, was mir in Erinnerung blieb, bzw. ich habe es um meine Gedanken erweitert.
Mittags waren wir dann im Gasthof "Hester" in Nuttlar essen. Ich habe Schweinefilet auf Rahmwirsing mit Kartoffelspalten gegessen. Empfehlenswert - gutes Essen und nette Bedienung. Ich habe mir sagen lassen, dass man auch im Sommer dort gut sitzen kann - im gemütlichen Biergarten. Das werde ich dann auch mal ausprobieren.
Es war ein schöner Tag, aber die Rückfahrt hätte besser sein können. Wir sind von Bestwig über Arnsberg (mit kurzem Zwischenstopp) nach Leverkusen gefahren und haben 3,5 Stunden gebraucht (reine Fahrtzeit). Mit maximal 50 km/ h über die Autobahn, weil es eine fast geschlossene Schneedecke gab. Man musste aufpassen, dass man immer im Fahren bleibt, vor allem am Berg, sonst hätte man nicht mehr anfahren können, so glatt war das. Es bleibt mir unerklärlich, wie es Idioten geben kann, die bei dem Wetter noch geistesabwesend mit ca. 100 km/h auf der linken Spur überholen, rutschen und trotzdem lustig weiter überholen. Das "Highlight" erlebten wir, als wir in Remscheid abgefahren sind. Wir mussten etwas langsamer auf der Landstraße fahren, weil vor uns jemand aufgrund extremer Glätte nicht weiterkam, da scherte hinter uns jemand aus und überholte auf der Spur des Gegenverkehrs. Ärgerlich für ihn nur, dass dann ein paar Meter weiter eine Verkehrsinsel kam - und dann noch eine - und danach war der Schnee in der Mitte so breit und hoch, dass er nicht wieder herüber fahren konnte. Er fuhr bestimmt 500 Meter auf der Gegenspur. Was wäre, wenn jemand entgegen gekommen wäre? Oder er hätte die Kontrolle verloren und wäre im Graben gelandet? Na ja, er hat Glück gehabt; Verständnis habe ich trotzdem nicht dafür. Denn er konnte es nicht abschätzen, dass niemand von vorne kommt. Hoffentlich hat er wenigstens einen kleinen Schreck bekommen und daraus gelernt. Wir haben auch Fahrzeuge gesehen, die sich gedreht haben, die gerutscht sind und nicht anhalten konnten, usw. In der Gegensrichtung zwischen Burscheid und Wermelskirchen sahen wir querstehende LKWs und Blaulicht ohne Ende. Als wir dann weiter über die Landstraße fuhren, sahen wir das DRK und THW, die sich schon auf die Versorgung der Menschen auf der Autobahn vorbereiteten. Es war echt Ausnahmezustand, den ich nicht so schnell wieder erleben möchte.
Wir jedenfalls sind heile angekommen - dafür bin ich sehr dankbar. Nächstes Mal nehme ich die Warnungen etwas ernster und werde am Besten das Auto, wenn´s geht, stehen lassen oder früher zurück fahren. Am Nachmittag wären wir sicherlich besser durchgekommen. Aber nachher ist man immer schlauer.
Freitag, 27. November 2009
Der Verein Hilfe tut Not e. V.der sich für Kinder in Not in Leverkusen einsetzt, braucht noch engagierte Helfer für eine Veranstaltung in Leverkusen im nächsten Jahr. Die Veranstaltung, auf der das 10-jährige Bestehen des Vereins gefeiert wird, findet am 25. September 2010 statt.
Mehr zur Veranstaltung findet Ihr hier. Zu der letzten Veranstaltung, die ich mit viel Freude besucht habe, habe ich einen Blog-Eintrag geschrieben, den Ihr hier lesen könnt. Gäste wie "Die Schlebuscher", "Swinging Fanfares" und "Rheinfeuer Koblenz" gibt es die "Abba-Magic-Show" und weitere Highlights zu sehen.
Für diese Veranstaltung werden noch fleißige Helfer gesucht, z. B. für die Kasse und den Servicebereich. Seid Ihr bereit, Euch für Leverkusener Kinder einzusetzen und tatkräftig zu unterstützen? Bitte meldet Euch bei mir (renate AT renatestehling.de), wenn Ihr noch weitere Informationen benötigt oder mithelfen möchtet.
Sonntag, 15. November 2009
Fragen wir uns das nicht alle im Laufe unseres Lebens öfter mal? Wer ist Gott und wo ist er? Vor allem die Frage "Wo ist Gott?" stellen wir uns, wenn wieder einmal etwas schief läuft oder etwas Schlimmes passiert. Und stellen wir uns diese Frage nicht zu Recht?
Trotzdem finden bei schlimmen und traurigen Ereignissen viele Leute in die Kirche und vielleicht auch zu Gott. So z. B. konnte man in den letzten Tagen viele Trauernde mit einer Kerze in der Hand sehen - mit vielen anderen Trauernden gemeinsam. Und wo haben sie sich versammelt? In der Kirche - zum Gottesdienst. Wenn den Menschen nichts mehr anderes einfällt oder sie nicht wissen, wohin mit ihrer Trauer, dann finden sie den Weg zur Kirche. Und das ist keinesfalls einen Vorwurf wert, warum man sie die ganzen Jahre nicht in der Kirche gesehen hat, sondern im Gegenteil: es ist doch gut zu wissen, dass wir immer zu Gott kommen dürfen und dass er uns niemals loslässt. Ein schönes Sprichwort sagt auch "Man kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand". Das ist beruhigend zu wissen.
Für die Traueranzeige von Robert Enke hat die Witwe folgende Worte ausgewählt: Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass alles gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass alles einen Sinn ergibt, egal wie es ausgeht. (Zitat von Václav Havel). Für ihn sind scheinbar trotz Reichtum, Erfolg, Karriere, Zuspruch von Millionen Fans und Geld scheinbar die Fragen des Lebens nicht beantwortet worden. Was sind dann die Fragen des Lebens? Gibt es noch mehr als Reichtum, Geld und Anerkennung? War es überhaupt richtige Anerkennung, die er von den Fans erlebt hat? Ich kann mir vorstellen, dass man als Fußballstar auch viel Wut der Fans abbekommt, z. B. wenn man den Gegner nicht abhalten konnte oder der Ball im eigenen Tor landet. Mal der Star und dann wieder der Buh-Mann. Das ist sicher nicht leicht. Was in ihm vorging, kann niemand nachvollziehen. Man kann nur versuchen zu verstehen und beten.
Auch in unseren Charts und bei unseren Sängern spielt die Frage nach Gott eine Rolle. Das Lied "One of us" von Joan Osbourne, das im Radio auch heute noch gespielt wird, handelt von Gott und vermutlich weiß es kaum jemand. Hier ist der Text des Liedes. Und hier ist die Übersetzung. Ich jedenfalls habe bis zum Gottesdienst in St. Franziskus Leverkusen nicht besonders darüber nachgedacht. Ich habe das Lied immer so im Hintergrund gehört, ohne den Text wirklich mal zu übersetzen. Dabei ist da soviel Wahres dran. Was wäre denn, wenn Gott wirklich ein Fremder wäre, der mit uns im Bus nach Hause fährt? Wie würden wir ihn behandeln? Würden wir ihn erkennen?
Dieser Gottesdienst am Sonntag in der Gemeinde St. Franziskus war speziell für die Jugendlichen, die sich auf die Firmung vorbereiten. Sie haben den ganzen Sonntag noch mit verschiedenen Gedanken rund um die Frage "Wer ist Gott" verbracht und sicher auch einige Antworten oder Lösungsansätze gefunden. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass sicher auch viele Erwachsene zum Nachdenken angeregt wurden. Denn die Frage "Wer ist Gott" stellt sich ja nicht nur Jugendlichen, sondern sicherlich jedem von uns irgendwann in irgendeinem Zusammenhang.
Montag, 19. Oktober 2009
Heute Morgen, 7:05 Uhr, im Regionalexpress Richtung Aachen in Leverkusen Mitte: Der Zug ist pünktlich in den Bahnhof eingefahren, es sind einige zugestiegen - bis dahin alles wie immer. So gerade noch einen Sitzplatz bekommen, aber der Zug fuhr nicht weiter. Warum, wussten wir zuerst nicht. Dann sprach uns eine Dame an: "Ich bin von der Polizei. Wem von Ihnen gehört dieser Rucksack?". Eine Mitfahrerin sagte dann, dass dieser Rucksack zuerst auf einem Sitz stand, dass er dann aber heruntergestellt wurde, weil sich jemand hinsetzen wollte. Der Besitzer ließ sich nicht ausfindig machen, also holte sie ihre Kollegen vom SEK. Zunächst wurde nur unser Wagen dann der ganze Zug evakuiert.
Die Reaktion der Fahrgäste war sehr unterschiedlich. Viele haben sich aufgeregt, dass man wegen so einem blöden Rucksack so eine Welle machen muss. Es wurden auch Fragen gestellt wie "Warum den Rucksack nicht einfach rausstellen und weiterfahren?". Na, weil Explosives nicht unbedingt bewegt werden sollte. Einige ganz wenige hatten Verständnis für die Reaktion der Polizistin. Also - ich kann verstehen, wie sie gehandelt hat. Schön war nachher noch ein Fahrgast, der sich bedankt hat für die Aufmerksamkeit. Daraufhin sagte sie: "Ich habe das getan, um ggf. Schlimmeres zu verhindern und weil ich meinen Job liebe, in dem ich für so etwas sensibilisiert wurde". Was denn, wenn wirklich etwas im Rucksack ist, das da nicht drin sein sollte und schon gar nicht in der Bahn? Die Polizistin sagte: "Dann ist das Geschreie noch größer". Na ja, das glaub´ ich nicht ganz, denn wenn in so einem Zug Sprengstoff oder eine Bombe hochfliegt, dann schreit keiner mehr großartig, dann braucht oder kann man sich nicht mehr aufregen. Ich kann das sehr gut verstehen - aufgrund der Vorkommnisse in den letzten Monaten und Wochen. Muss ja nicht auch hier direkt vor der Haustür passieren. Ist schon schlimm genug, dass so etwas überhaupt passiert.
Was dann problematisch war, war der "Abtransport" der Fahrgäste. Der Regionalexpress, in dem der herrenlose Rucksack stand, war jedenfalls erstmal außer Gefecht gesetzt, bis die Ermittlungen abgeschlossen waren. Die Meisten wollten nach Düsseldorf - ganz Wenige sind auf die S-Bahn umgestiegen; andere haben auf den nächsten Regionalexpress Richtung Düsseldorf gewartet. Da bin ich aber nicht eingestiegen, 1. weil er nicht bis nach Essen fuhr, sondern ab Düsseldorf weiter über Oberhausen nach Emmerich und 2. weil ich mich nicht fühlen wollte wie eine Ölsardine. Da passte echt keiner mehr rein.
Ich war genau eine Stunde später als sonst im Büro. Na ja, lieber so - als gar nicht ankommen, weil irgendwas in die Luft geflogen ist.
Leider habe ich im Internet keinen Bericht darüber gefunden (wundert mich eigentlich: sobald irgendwo das Martinshorn ertönt, sind die Reporter doch schon an Ort und Stelle). Vielleicht wird noch etwas geschrieben in den nächsten Tagen, dann verlinke ich das hier.
Worüber ich dann nachher noch so nachgedacht habe: Für den Fall, dass es wirklich eine reine Vorsichtsmaßnahme war und nur harmlose Gegenstände in dem Rucksack waren: Und was passiert, wenn in dem Rucksack, z. B. ein Block oder ein Heft mit Namen und Adresse war? Ich möchte auf keinen Fall derjenige sein, dem der Rucksack gehört. Ob er/ sie den Einsatz und den Zugausfall, usw. zahlen muss? In der Haut möchte ich jedenfalls nicht stecken, wenn ein Anruf von der Polizei Köln kommt: "Wir haben Ihren Rucksack im Regionalexpress gefunden, der evakuiert werden musste, weil der Besitzer des Rucksacks nicht aufzufinden war". Oh, ne - wie peinlich das sein muss. Kann ich demjenigen nur wünschen, dass sein Name nicht dran oder drin steht. Dann lieber auf die Sachen verzichten, als Schuld am SEK-Einsatz zu sein, weil man zu schusselig war, um seine sieben Sachen beisammen zu haben. Uiuiui...
Aktualisierung vom 21.10.: Danke, Steffi, für den Hinweis. Hier ist also der Artikel aus dem Leverkusener Stadtanzeiger. Ich muss jedoch korrigieren: Es war auf jeden Fall der RE1 Richtung Hamm, nicht wie im Artikel geschrieben, der RE5. Mit dem RE5 sind nämlich dann einige der evakuierten Fahrgäste, zumindest bis nach Düsseldorf, weitergefahren.
Sonntag, 18. Oktober 2009
Ich habe ein sehr schönes Beispiel für unterschiedliche Sichtweisen.
Patrick und ich sind Sonntagabend gegen 20:45 Uhr von Richtung Burscheid aus nach Leverkusen gefahren und haben nicht schlecht gestaunt, als wir eine Kuh mitten auf der Straße gesehen haben. Sie lief so kreuz und quer darüber. Ich dachte erst, ich leide an Übermüdung, aber es war tatsächlich so. Ich habe mich dann einige Meter weiter weg gestellt mit meinem Auto und die Warnblinkanlage angeschaltet, um nachfolgende Autofahrer zu warnen. Patrick hat die Polizei gerufen.
Als wir dort dann warteten, kam einer der Nachbarn aus seinem Haus und ich fragte ihn, ob er vielleicht weiß, wem die Kuh gehören könnte. Wie das "auf dem Dorf" so ist, jeder kennt jeden. Er hat ihn angerufen. Zeitgleich mit dem Landwirten kam auch (leider) die Polizei an, die wir sonst wieder abbestellt hätten. Denn der Besitzer kommt sicher besser mit einer Kuh klar als 2 Polizistinnen. Nein, Ihr braucht jetzt nicht denken, dass ich damit irgendwelche Zusammenhänge betone; die Polizistinnen waren ganz nett. Sie haben sich kurz mit dem Besitzer (nein, nicht mit der Kuh - *grins*) unterhalten. Im Nachhinein habe ich überlegt, ob er jetzt eine Strafe dafür bekommt. Hoffentlich nicht. Denn auf die Idee, zuerst bei einem Nachbarn zu klingeln, hätten wir auch kommen können. Aber das fiel mir leider erst nachher ein.
Warum ich in erster Linie die Warnblinkanlage angeschaltet habe? Damit kein Zusammenstoß passiert. Wäre für beide Beteiligten ärgerlich - die Kuh und den Autofahrer. Ich habe mich aber eher in die Lage der Autofahrer versetzt, die evtl. mit der Kuh zusammenstoßen könnten, während Patrick auf seiner Internetseite geschrieben hat "Kuh gerettet" und somit wahrscheinlich in erster Linie an die Kuh gedacht hat. Ich würde es etwas anders bezeichnen: Unfall vermieden. So unterschiedlich sind die Sichtweisen.
Freitag, 21. August 2009
... ja, ich bin obdachlos. Ich habe mir heute eine Wohnung angesehen. Nein, ich bin nicht drogenabhängig oder alkoholkrank. Das möchte ich auch nicht werden. "schluchz". Ich muss jetzt wieder von Düsseldorf-Hauptbahnhof nach Remscheid in meine Notunterkunft. Dafür fehlen mir 1,70 Euro. Kann da bitte jemand aushelfen?".
Wer öfter mal mit dem RE1 von Essen Richtung Aachen fährt (egal zu welcher Uhrzeit), wird diesen Satz sicher schon gehört haben. Ich kenn den Satz jedenfalls schon auswendig. Man muss dazu sagen, dass er sich schon weiterentwickelt hat und den Satz immer flüssiger spricht. Was er auch gut kann, ist ignorieren. Zum ersten Mal ist mir der Herr schon vor 3 Monaten begegnet im Zug - mit dem etwas verkürzten Satz, dass ihm Geld für sein Ticket fehlt. Schon da klang es für mich nicht besonders glaubwürdig, weil er da noch sagte, dass er nach Recklinghausen muss. Äh - falsche Richtung?
Aber jetzt merken immer mehr Leute, dass er das wöchentlich, wenn nicht sogar täglich macht. Heute haben die Leute gar nix gegeben, nachdem eine Mitfahrerin sagte, dass sie diesen Satz jetzt schon öfter gehört hat. Daraufhin starrt er einfach weiter nach vorne und fragt sogar nach ein paar Minuten nochmal nach "Kann denn da wirklich niemand aushelfen?".
Ich mein - einmal könnte man das ja noch glauben, vielleicht zweimal auch - aber bei 10mal wird´s echt schon nervig. Ich hab schon überlegt, ihm mal 3,40 Euro zu geben und zu sagen: "Das reicht jetzt auch für morgen mit". Ne, Spaß beiseite... Eigentlich kann er einem ja leid tun, dass er so etwas überhaupt macht. Vielleicht wird er sogar gezwungen, irgendwem das Geld abzugeben.... Ich gebe meistens auch gerne - aber in diesem Fall ist es ja schon offensichtlich, dass es nicht der Wahrheit entspricht. Traurig, aber wahr....
Nur ganz kurz, um die Info-Kette zu Ende zu bringen: Die Schilder sind wieder abgenommen worden in der Hindenburgstraße in Leverkusen. Ich bin heute vorsichtshalber etwas früher losgefahren, um sicher zu gehen, dass ich irgendwo einen Parkplatz finde, falls die Schilder noch dort hängen. Das war nicht der Fall - also hatte ich noch ein bisschen Zeit, die Lage zu checken. 4 Schilder sind hängen geblieben und 16 sind wieder entfernt worden. Man darf also in der Hälfte der Hindenburgstraße wieder parken, so lange man möchte.
Aber ein kleines bisschen zum Aufregen hab ich doch noch: jetzt versteht scheinbar keiner so richtig, wie das gemeint ist. Die Pfeile zeigen das eigentlich eindeutig an (haben wir ja auch in der Fahrschule mal gelernt, was die Pfeile bedeuten und in welche Richtung das zu lesen ist), aber manche Anwohner parken jetzt mit Anwohnerparkschein auf den Flächen, die für Dauerparker freigegeben sind. Und die Anwohnerparkplätze sind frei. Vielleicht lernen sie es ja aus Erfahrung - das wird die Zukunft zeigen. Wie meine Mama zu sagen pflegte "Manche lernen es nie und andere noch später". 
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