Heute habe ich an der BEC Cambridge-Prüfung "Vantage" teilgenommen, nachdem ich mich ein Jahr mit meinem Kollegen darauf vorbereitet habe. Er hat bereits im August an der Prüfung mit dem Level "Higher" teilgenommen, was bereits muttersprachliches Niveau ist. Auf diesem Wege herzlichen Glückwunsch - er hat bestanden. Mit Muttersprachlern kann ich nicht mithalten, aber ich bin nah dran. Denn die Vantage-Prüfung ist eine Stufe unter Muttersprache. Dafür dass ich noch keinen beruflichen Auslandsaufenthalt hatte, ist das aus meiner Sicht schon mehr als gut.
Die Prüfung fand in Köln im Brunosaal der katholischen Kirchengemeinde am Klettenberggürtel statt. Parken war dort unmöglich, deshalb ist Patrick, der eigentlich die ganze Zeit dort bleiben wollte, mit meinem Auto wieder nach Hause gefahren. War anders geplant, aber war so die beste Variante. Hätte ich das gewusst, wäre ich mit der Bahn gefahren.
Die Prüfung bestand aus 4 Teilen:
- Reading: Der Reading-Teil besteht wieder aus verschiedenen Teilen. Zunächst sind 4 Abschnitte vorgegeben (manchmal auch ein langer Text), denen man dann insgesamt 7 verschiedene Aussagen zuordnen muss. Anschließend findet man einen Lückentext vor, in den ganze Sätze, die als Auswahl vorgegeben sind, sinngemäß eingesetzt werden müssen. Es müssen nicht alle Sätze eingefügt werden, einer bleibt meist übrig, der nicht verwendet wird. Das macht die Sache nicht einfacher. Darauf folgend gibt es einen Text, zu dem dann Fragen beantwortet werden müssen mit jeweils drei vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Der vierte und aus meiner Sicht schwierigste Teil überprüft die Vokabeln. Hier muss je Satz in eine Lücke ein Wort eingefügt werden. Es bestehen 4 Auswahlmöglichkeiten, wovon nur ein Wort richtig ist. Im fünften Teil sollen überflüssige Wörter ausgesucht und in Kästchen eingetragen werden. Manche Sätze können auch richtig sein, was bedeutet, dass man in die Kästchen "correct" eintragen muss.
Tipps zum Bestehen des Reading-Teils sind: Oft kommen die Wörter des Textes in einem anderen Zusammenhang in den Antwortmöglichkeiten vor. Die richtige Antwort besteht aus anderen Worten, die nicht im Text vorkommen, aber den gleichen Sinn wiedergeben. Bei der Fragenbeantwortung in Teil 3 ist es hilfreich, zunächst den Text schnell zu lesen, um die richtige Textpassage herauszufinden, den man dann ausführlich liest, um die richtige Antwort zu markieren. Um die überflüssigen Wörter zu finden, sollte man sich auf kleine Grammatik-Fehler wie überflüssige Artikel, Fürwörter und Präpositionen konzentrieren.
Meine Erfahrung ist, dass dieser Teil der Prüfung der schwierigste ist, weil er wirklich viel Sprachverständnis und vor Allem Vokabeln voraussetzt. Es kommt immer auf das Thema der Texte an. Wenn es ein Thema ist, das meinen Job relativ nah betrifft, konnte ich die Fragen und Texte gut verstehen, während ich bei eher technischem Inhalt nicht viel verstehen konnte. Heute handelten meine Texte u. A. von Investitionen in Geschäftsideen, Beschreibung von 4 Firmen, usw.
- Writing:
Der Writing-Teil besteht aus 2 Teilen. In Teil 1 muss man eine E-Mail oder eine kurze Notiz schreiben, zu der vorab eine kurze schriftliche Einleitung bzw. Beschreibung der Situation erfolgt. Wichtig ist, dass man die vorgegebene Wörterzahl genau einhält. In unserem Fall sollte eine E-Mail an den Marketing-Leiter geschrieben werden, der ein Produkt zusammen mit einem Kunden getestet hat. Wir als Produktionsleiter sollten ihn bitten, einen Bericht zu erstellen, ihm erklären, warum wir den Bericht haben wollen und ihm mitteilen, bis wann wir ihn brauchen - das Ganze sollte zwischen 40 und 50 Wörter enthalten.
Teil 2 ist entweder ein Brief, ein Bericht oder ein Vorschlag, der nicht länger als 120 - 140 Wörter sein soll. Oft ist bereits ein Schriftstück als Grundlage gegeben, z. B. eine Werbeanzeige oder eine Tabelle, an der Notizen vermerkt sind, die in unserem Schreiben vorkommen sollen. In unserem Fall mussten wir auf eine Anzeige reagieren, die ein Training anbietet zur Verbesserung der Präsentationstechniken. Als Punkte waren angegeben, dass wir die Preise erfragen sollen, die Dauer des Trainings entscheiden mit Begründung und sagen, welche Gruppe aus unserem Unternehmen das Training absolvieren soll.
Gesamtzeit für den Writing-Test beträgt 45 Minuten. Zu beachten ist, dass der längere Bericht oder Brief doppelt so viele Punkte gibt als die kurze Notiz oder E-Mail. Daher sollte man auch seine Konzentration bei Zeitmangel auf den längeren Teil setzen.
Hier wird besonders auf die Vielfältigkeit der Sprache und die richtige und formale Schreibweise geachtet. Der Inhalt ist dabei nebensächlich, vorausgesetzt, die notierten Punkte werden berücksichtigt. Es sollten auch Aufzählungen wie then, furthermore, finally, usw. genutzt werden und nicht immer das gleiche. Zu beachten ist, dass in Geschäftsbriefen niemals die Abkürzung verwendet wird wie z. B. We´re, sondern es wird immer ausgeschrieben: We are....
- Listening:
Der Listening-Teil besteht aus 3 Teilen. Zuerst werden 3 verschiedene Unterhaltungen oder Telefongespräche vorgespielt, zu denen man in vorgegebene Formulare, z. B. Telefonnotizen, 1 oder 2 Wörter oder eine Zahl eintragen muss. Jeder Text wird einmal wiederholt. Anschließend folgt Teil 2, in dem 5 Monologe vorgetragen werden, zu denen jeweils ein kurzer Satz, ein Ort oder eine Funktion zugeordnet werden muss. Auch hier folgt eine Wiederholung, bei der man die Antworten noch prüfen und ggf. korrigieren kann. Last but not least wird eine lange Unterhaltung vorgetragen, zu der Verständnisfragen beantwortet werden müssen.
In unserem Fall wurde die Gruppe geteilt, da wir (ca. 80 Prüflinge) in einem sehr großen Raum geprüft wurden, in dem es sehr hallte. Es war schon schwierig, von der Cd zu verstehen, auch wenn man wie ich vorne saß. Darüber war ich auch ganz froh. 2 Wörter habe ich nicht richtig verstanden, sonst bin ich mir bei diesem Teil relativ sicher. In den kurzen Notizen, in denen wir Lücken füllen mussten, ging es u. A. um die Vorbereitung einer Präsentation, um eine Personalentwicklungsmaßnahme und eine Anfrage an eine Zeitarbeitsfirma, in der kurzfristig 6 Zeitarbeitskräfte angefragt wurden. Die lange Unterhaltung handelte von einem Manager, der die Firma gewechselt hat und über seine Erfolge sprach.
Nach dem Listening-Test hatte ich eine Pause von 1,5 Stunden, bevor ich dann im Englischen Institut in Köln den Speaking-Test absolvierte. Glücklicherweise hatte ich meine Prüfungspartnerin bereits morgens vor der Prüfung kennen gelernt, weil ich sie angesprochen habe. Schöner Zufall. Wir haben uns dann vor der mündlichen Prüfung noch etwas unterhalten, bevor wir in den Prüfungsraum gerufen wurden. Es ist hilfreich, vorher schon ein paar Worte auf Englisch gewechselt zu haben, um drin zu sein. War aus unserer Sicht sehr hilfreich.
- Speaking:
Die mündliche Prüfung besteht aus 3 Teilen. Zunächst fragt der Prüfer belanglose alltägliche Dinge, z. B. wo wir arbeiten, wo wir wohnen, ob wir es mögen, dort zu wohnen, wo wir mal wohnen möchten, usw. Einfacher Smalltalk. Anschließend bekommt dann jeder der beiden (oder 3) Prüflinge einen Zettel mit 3 Themen, zu denen dann ein kurzer Monolog geführt werden muss. Für die Vorbereitung hat jeder eine Minute Zeit. Anschließend muss dann eine Minute über das gewählte Thema gesprochen werden. Einige Punkte sind vorgegeben, gut ist, wenn man noch 2 weitere Punkte hinzufügen kann. Mein Thema war, wie man ein Teamevent organisiert. Gegebene Punkte waren: Art der Aktivität und Kosten. Hinzugefügt habe ich die Punkte Zusammenstellung des Teams und Ort. Die Minute habe ich gut voll bekommen und sie ging schneller rum, als ich dachte. Im Anschluss an die Rede des Prüfungspartners wird man aufgefordert, eine Frage zu stellen. Das hat bei uns beiden gut funktioniert. Der dritte und letzte Teil beinhaltet eine Diskussion zusammen. Unser Thema war, Lösungen zu finden, um Kosten für Dienstreisen einzusparen. Wie gut, dass wir uns genau dieses Thema vorher noch angesehen haben. Es hat super funktioniert und wir hätten noch länger reden können, als der Prüfer sagte, dass die 3 Minuten vorbei sind. Punkte, die wir diskutiert haben, war die Verhandlung von günstigen Hotelraten, Billigflieger nutzen, Videokonferenzen statt persönlichen Meetings und, wenn sich die Gesprächspartner gut kennen, auch Telefonkonferenzen. Es war ausgeglichen und jeder von uns hat in gleichem Maße gesprochen. Es ist hilfreich, wenn die Chemie zwischen den Prüflingen, die sich unterhalten, stimmt.
Wichtig bei der mündlichen Prüfung ist, dass man auf Fragen des Prüfers nicht nur mit Yes oder No antwortet sondern immer in ganzen Sätzen. Bei der kurzen Rede sollte eine Struktur erkennbar sein, was mit Wörtern wie "First", "Than", "The most important thing is" und "Finally" möglich ist. Während der Diskussion wird besonders darauf geachtet, dass man zustimmen kann, aber auch eine andere Meinung äußern kann und man sollte den Gesprächspartner zum Reden animieren mit Fragen wie "What do you think about it" oder "Would you add something".
Alles in allem habe ich ein ganz gutes Gefühl und hoffe, dass es mich nicht täuscht. Meine Ergebnisse bekomme ich Ende Januar 2009. Natürlich werde ich dann auch hier schreiben, welches Ergebnis dabei heraus gekommen ist.
Der Vorbereitungskurs war wirklich klasse. Gebucht habe ich den Kurs über die RWE Academy und durchgeführt wurde er von Stevens English Training aus Dortmund. Natürlich werde ich weiterhin einen Englischkurs zu belegen. Das ist wichtig, um das Sprachniveau zu halten.
Danke an alle, die daran beteiligt waren, mich auf diese Prüfung vorzubereiten. Ich hoffe, dass ich durch diesen langen Bericht viele Informationen zur BEC Prüfung geben kann. Wenn noch Fragen offen sind, können Sie sich gerne an mich wenden.